Tell Me Something Good, Stockhausen !

NDR / DLF / BR / 2020 / 53 Min.

 

1956 suchte Stockhausen im “Gesang der Jünglinge” Dystopie und Utopie zu vereinen: Industrielle Vernichtung und Lobgesang auf den Herrn verschmolz er ebenso, wie die Unschuld des Knabengesangs mit elektronischer Musik.

Analog zu Stockhausens Intention adressieren die digitalen Gesänge von TELL ME SOMETHING GOOD, STOCKHAUSEN! die Überwindung des zunehmend auf Zerstörung des Lebens ausgelegten, globalen, massenindustriellen Untergangssystems.

Dafür kreieren die Autoren eine Klangmaschine, die – gesteuert von Mr. Enhance, einem zur Grenzüberschreitung und Provokation determinierten optimierten Übermenschen, – in einer Reihe von radiophonen Miniaturen unseren zunehmend disruptiven Alltag reflektiert. Ist die menschliche Spezies bereit, den Übergang vom homozentrischen zum datazentrischen Weltbild zu beschreiten und mit Hilfe von Algorithmen den Homo Deus zu konstruieren?

TELL ME SOMETHING GOOD, STOCKHAUSEN! erweitert Stockhausens Konzept der Serialität und Sprachsynthese und macht die Digitalmaschine zur Solistin. Die menschliche Stimme ist in ihr aufgegangen, die Denaturierung vollkommen. Algorithmen steuern das Leben und die Kunst und erweitern die Hörgewohnheit in den dreidimensionalen Hörraum.

CAST & CREDITS

Sprecher
Alice Dwyer, Sabin Tambrea, Christian Wittmann, PURE Vox Machine

Gesang
Sinclair Zedecks

Ton
Boris Wilsdorf

Realisation
wittmann/zeitblom

Dramaturgie
Michael Becker

Produktion
NDR kultur

Stockhausens Sound-Maschinen (Sinusgeneratoren) von 1956