OCEAN. WORLD. RADIO

DLF | NDR | 2021 | 60 Min.


Taking history offshore!

 

Die dominanten Ozean-Narrative erzählen häufig vom Meer als Nicht-Gebiet, territorial unmarkiert, ohne Struktur und Grenzen, als nicht kontrollierbare, möglichst schnell zu überwindende globale Verkehrsfläche. Die modernen Ozeane erscheinen aus dieser Perspektive leer und werden als primär symbolische und weitgehend geschichtslose Orte begriffen. Unsere technomorphe Kultur, in der Natur zum anthropogen geprägten Projekt wird, verändert das Narrativ nur bedingt, arbeitet sie doch überwiegend mit statistischen, also abstrakten Größen.

In OCEAN. WORLD. RADIO versuchen die Autoren einen anderen Blick auf das scheinbar universelle Blau. Sie interessieren sich für die Komplexität menschlicher Wahrnehmung, Strukturierung und Nutzung des Meeres. Gemäß der Forderung “Taking history offshore” erschließen sie die Ozeane als politische, historische, philosophische und biologische Räume im Kontext von Globalisierung, Kommunikation, Kolonialisierung und Klimawandel. Dabei soll keine “oceanic order” erforscht, sondern zeitlich und räumlich vielfältige historische Bereiche thematisiert werden. Das Spannungsverhältnis Ozean/Mensch variiert durch Oszillation von Field Recordings vielfältiger Unterwasserwelten und elektronischen Simulationen.

Im Wechsel von narrativen und soundspielerischen Sequenzen vermittelt OCEAN. WORLD. RADIO eine Perspektive jenseits technischer Ozeanwahrnehmung und wirft die Frage auf, ob wir die Ozeane als plurale, historische Lebewesen wahrnehmen können.

 

Realisation  wittmann/zeitblom

Dramaturgie   Sabine Küchler

Ursendung  Mai | 2021 | Deutschlandfunk

 

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